Lungenkrebs gilt in Österreich als zweithäufigste Krebserkrankung.1 Der wichtigste Risikofaktor ist das Rauchen.2 Die Fünfjahresüberlebensrate ist nach wie vor niedrig, da die Diagnose zumeist spät gestellt wird.1 Gezielte Screeningprogramme von Risikopersonen könnten dazu beitragen, die Erkrankung bereits in früheren Stadien zu detektieren.3 

Knapp 3.000 Männer und 2.000 Frauen erkranken jährlich in Österreich an einem Lungenkarzinom, so aktuelle Zahlen der „Statistik Austria“. Damit gilt das Lungenkarzinom in Summe als zweithäufigste Krebserkrankung.1

Bei Männern ist Lungenkrebs weiterhin die häufigste Krebstodesursache, bei Frauen bereits die zweihäufigste. Während die Rate der Neuerkrankungen und die Sterberate bei Männern in der letzten Dekade leicht sank, stiegen diese Raten bei Frauen um jeweils zirka 30 Prozent an.1 EU-weit ist schon ein Fünftel aller Krebstodesfälle auf ein Lungenkarzinom zurückzuführen.4 
 

Geringe Fünfjahresüberlebensrate

In Österreich wird die Hälfte aller Neudiagnosen erst gestellt, wenn der Tumor bereits gestreut hat. Entsprechend ungünstig ist daher die Langzeitprognose: Das fünfjährige Überleben stieg seit der Jahrtausendwende von 15 auf nur 20 Prozent an1, wobei die Überlebenszeit vom Stadium der Tumorerkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose, dem Differenzierungsgrad sowie dem histologischen Typ des Tumors abhängt.2

Rauchen ist und bleibt der Hauptrisikofaktor für die Entwicklung eines Lungenkarzinoms. Dieser alles überragende Risikofaktor wurde bereits in den 1950er Jahren beschrieben und der nachteilige Einfluss in einer Vielzahl von Untersuchungen immer wieder belegt. Einstiegsalter, Dauer des Rauchens und Anzahl gerauchter Zigaretten sind wesentliche Einflussfaktoren.2 
 

Aktives und passives Rauchen

Einer europäischen Studie zufolge haben derzeitige männliche Zigarettenraucher ein 24fach höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, als lebenslange Nichtraucher.5 Auch der Einfluss des Passivrauchens auf das Lungenkrebsrisiko ist mittlerweile hinlänglich dokumentiert.2 Bei einem kleineren Anteil der Betroffenen entwickelt sich ein Lungenkarzinom aufgrund von Umgebungseinflüssen, die zur Entstehung von malignen (bösartigen) Tumoren führen können wie Strahlung, Asbest oder anderen Stoffen und Emissionen.2

Der Schwerpunkt der präventiven Arbeit muss daher auf Raucherentwöhnung sowie der Vermeidung von Passivrauchexposition liegen. Zudem sollten Risikogruppen (z.B. starke Raucher) engmaschig überwacht werden, um eine Früherkennung zu ermöglichen.2 

 

Referenzen

  1. „Krebserkrankungen in Österreich 2018.“ Herausgegeben von Statistik Austria, Wien 2018 
  2. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Lang-version 1.0, 2018, AWMF-Registernummer: 020/007OL, http://leitlinienprogramm-on-kologie.de/Lungenkarzinom.98.0.html (Zugriff am: 23.08.2019) 
  3. De Koning H et al. Abstract Nr. PL02.05, IASLC 2018 (siehe Slideset Novartis, ab s157) 
  4. https://www.esmo.org/oncology-news/2020-cancer-incidence-and-mortality-i...
  5. Simonato L et al. Int J Cancer 2001; 91(6):876–887
     
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