Brustkrebs ist in Österreich die häufigste Krebserkrankung der Frau. Daher wird allen Frauen zwischen 45 und 69 Jahren die Teilnahme an einem Brustkrebs-Früherkennungsprogamm angeboten. 

Wesentliche Risikofaktoren für die Entwicklung eines Mammakarzinoms sind genetische Belastung, Lebensalter und Umweltfaktoren wie Adipositas und Bewegungsmangel.1-3

Brustkrebs gilt seit jeher in Österreich als häufigste Krebserkrankung der Frau, mit einem Anteil von etwa 30 Prozent an allen Tumoren. Die Inzidenzrate blieb laut „Statistik Austria“ im vergangenen Jahrzehnt relativ stabil. Ganz selten können auch Männer an Brustkrebs erkranken. Das Fünfjahresüberleben stieg in der letzten Dekade von 82 auf 86 Prozent leicht an und ist bei Frauen tendenziell höher.1 
 

Etablierte Risikofaktoren

Wesentliche Risikofaktoren für Brustkrebs sind gut dokumentiert. Zum einen basieren etwa 12 Prozent der Tumoren auf vererbten Mutationen, etwa in den BRCA-1- und -2-Genen. Zum anderen sind Umweltfaktoren wie postmenopausale Adipositas, Bewegungsmangel und Alkoholkonsum mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko assoziiert. Der wichtigste populationsbezogene Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs ist das fortgeschrittene Lebensalter.2 
 

Brustkrebs-Früherkennungsprogramm

Die Mammografie gilt derzeit als die zuverlässigste Methode, um Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. In Österreich wurde daher 2014 ein neues Brustkrebs-Früherkennungsprogramm implementiert. Seither werden alle in Österreich sozialversicherten Frauen zwischen 45 und 69 Jahren zu einer Früherkennungs-Mammografie eingeladen. Auch nicht versicherte Frauen dieser Altersgruppe sowie jüngere Frauen ab 40 Jahren und Frauen ab 70 Jahren und älter können auf eigenen Wunsch das Programm in Anspruch nehmen. Die Teilnahme am Früherkennungsprogramm ist freiwillig. Das Programm ersetzt alle bisherigen Angebote zur Früherkennungs-Mammografie.3 Zudem wird allen Frauen zu einer regelmäßigen Selbstuntersuchung der Brust geraten.4
 

Molekulare Klassen bestimmen Prognose

Grundsätzlich werden nicht-invasive von invasiven Mammakarzinomen unterschieden. Als häufigstes nicht-invasives Mammakarzinom gilt das duktale Carcinoma in situ (DCIS), während bei den invasiven Varianten vor allem ein invasives duktales Karzinom sowie ein lobuläres Karzinom auftreten. Zudem werden Mammakarzinome in molekulare Klassen unterteilt, etwa hinsichtlich Hormonrezeptorstatus oder Human Epidermal Growth Factor Receptor (HER)2-Status. Diese Unterteilung ist von erheblicher klinischer Relevanz für das weitere therapeutische Vorgehen, für das Rezidivrisiko und für die Prognose insgesamt.2,4 Studien zufolge haben Patientinnen mit Hormonrezeptor-positiver und HER2-negativer Erkrankung die beste Langzeitprognose.5

Referenzen

  1. „Krebserkrankungen in Österreich 2018.“ Herausgegeben von Statistik Austria, Wien 2018 
  2. Lester SC. The breast. In: Kumar V, Abbas AK, Fausto N, et al, eds. Robbins and Cotran Pathologic Basis of Disease. 8th ed. Philadelphia, PA: Elsevier Saunders; 2010:1065-1095 
  3. www.gesundheit.gv.at/krankheiten/krebs/brustkrebs/frueherkennungsprogramm (Zugriff: 26.8.2019)
  4. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Kurzversion 4.1, 2018, AWMF Registernummer: 032-045OL, http://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom (Zugriff am: 23.08.2019) 
  5. Onitilo AA et al, Clin Med Res 2009; 7(1-2):4–13
     
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